Trickkiste LRS
Galonska LRS-Box
Rechtschreibung spielerisch trainieren
Für Lehrpersonen, Pädagogische Fachkräfte und Therapeuten.

LRS-Tipp für die logopädische Praxis
Wenn Kinder beim Schreiben immer wieder über dieselben Rechtschreibmuster stolpern, reicht es häufig nicht aus, die entsprechende Regel einmal zu erklären. Sie müssen Schreibweisen wiederholt sehen, hören, sprechen, speichern und selbst abrufen. Genau hier setzt die Galonska LRS-Box von Susanne Galonska an.
Die Box enthält Lernspiele zur Schreibweise langer Vokale und zur Konsonantenverdopplung. Im Mittelpunkt stehen die Wortbildabspeicherung, die Verankerung des Schreibbildes und die taktil-kinästhetische Bewusstheit.
Für welche Kinder eignet sich die LRS-Box?
Ich persönlich würde das Material in der logopädischen Praxis frühestens ab Klasse 3, eher ab Klasse 4 einsetzen. Entscheidend ist dabei natürlich nicht allein das Alter, sondern der individuelle Lernstand.
Das Kind sollte bereits über grundlegende Lesefertigkeiten verfügen und Wörter nicht mehr ausschliesslich lautgetreu erlesen oder verschriften müssen. Die LRS-Box finde ich besonders passend für Kinder, bei denen die alphabetische Strategie grundsätzlich funktioniert, aber orthografische Besonderheiten noch nicht sicher gespeichert und automatisiert sind.
Ein Beispiel: Ein Kind schreibt Mer statt Meer, Behr statt Bär oder Kohl mit einer falschen Vokalschreibung. Die Laute des Wortes sind ihm grundsätzlich zugänglich. Die Schwierigkeit liegt vielmehr darin, die richtige Schreibweise abzurufen und dauerhaft zu speichern.
Genau an diesem Punkt kann die Box ansetzen.
Was steckt in der Box?

Die LRS-Box enthält zwölf Spiele mit insgesamt zahlreichen Wortkarten.
Geübt werden unter anderem Wörter mit:
- ah
- eh
- oh
- uh
- ieh
- ih
- ieẞ
- äh, öh, üh
- aa, ee, oo
- sowie weitere spezielle Wortgruppen.
Hinzu kommen die Spiele „Bama Rucko“ und „Ratten raten“. Zum Material gehören außerdem Spielsteine, Würfel, eine Spielfigur und ein Blankowürfel.
Bei „Bama Rucko“ und „Ratten raten“ geht es insbesondere um das Erkennen und Abspeichern der richtigen Schreibweise der Dopplung, einmal mit Kunst- und einmal mit realen Wörtern.
Besonders praktisch finde ich das ausführliche Begleitmaterial. Die Spielanleitung enthält nicht nur Erklärungen zu den einzelnen Spielen, sondern auch weitere Spielanleitungen, Hinweise und Kopiervorlagen. Dadurch kann das jeweilige Rechtschreibthema nach dem Spielen noch einmal gezielt aufgegriffen und weitertrainiert werden.
Das ist für die Therapie ein echter Vorteil: Man ist nicht auf das eigentliche Spiel beschränkt, sondern kann eine komplette Therapieeinheit rund um ein bestimmtes orthografisches Phänomen aufbauen.
Ein Beispiel aus der logopädischen Therapie
Nehmen wir die Wörter Meer und Beere.
Zunächst kann das Kind die Wörter im Spiel kennenlernen und wiederholt lesen. Anschließend lässt sich die Aufmerksamkeit auf den langen Vokal lenken:
„Was hörst du bei Meer? Ist das /e/ kurz oder lang?“
„Woran kannst du im Wort sehen, dass der Vokal lang gesprochen wird?“
Im nächsten Schritt kann das Wort abgedeckt werden. Das Kind spricht es noch einmal, schreibt es aus dem Gedächtnis und vergleicht anschliessend mit der Vorlage.
Damit wird aus dem einfachen Spielzug eine kleine Lernschleife:
hören → lesen → Schreibweise betrachten → speichern → aus dem Gedächtnis abrufen → kontrollieren
Gerade dieser wiederholte Abruf ist für Kinder mit LRS interessant. Die richtige Schreibweise soll nicht jedes Mal neu hergeleitet werden müssen, sondern zunehmend als gespeichertes Wortbild verfügbar sein.
Auch für schwierige Merkwörter geeignet
Die Box eignet sich nicht nur für klassische Regelvermittlung. Manche Wörter müssen Kinder letztlich als spezifische Schreibweise abspeichern.
Bei „ihr“ und „ihm“ kann beispielsweise die besondere Schreibung mit ih thematisiert werden. Bei „Meer“ oder „Beere“ steht eine andere orthografische Besonderheit im Mittelpunkt.
Man kann dabei mit dem Kind ganz bewusst über das Wortbild sprechen:
„Was musst du dir an diesem Wort merken?“
Oder:
„Welche Stelle im Wort ist heute unser Lernziel?“
Das hilft, die Aufmerksamkeit nicht auf das gesamte Wort zu verteilen, sondern gezielt auf die orthografische Besonderheit zu lenken.
Die Kopiervorlagen als Ergänzung
Für mich ist die Kombination aus Spielmaterial und Kopiervorlagen besonders gelungen.
Nach einer Spielrunde kann beispielsweise eine Kopiervorlage eingesetzt werden, um die zuvor gespielten Wörter noch einmal schriftlich zu bearbeiten. Das kann je nach Kind unterschiedlich aussehen: Wörter lesen, Schreibweisen vergleichen, Wörter aus dem Gedächtnis schreiben oder bestimmte orthografische Stellen markieren.
So lässt sich die Einheit gut an den individuellen Förderbedarf anpassen.
Ein Kind, das ein bestimmtes Muster bereits sicher beherrscht, braucht vielleicht nur wenige zusätzliche Aufgaben. Bei einem Kind, das die Schreibweise noch sehr unsicher abruft, können die Kopiervorlagen dagegen für eine intensivere Festigung genutzt werden.
Warum ich das Material für die Logopädie interessant finde
Aus logopädischer Sicht gefällt mir an der LRS-Box vor allem die Verbindung verschiedener Verarbeitungsebenen.
Das Kind sieht die Schreibweise, spricht das Wort, setzt sich mit der Lautstruktur auseinander und muss die gespeicherte Information im Spiel immer wieder abrufen. Gleichzeitig sorgt das konkrete Spielmaterial für einen Wechsel zwischen sprachlicher Aufgabe und Handlung.
Das ist gerade bei Kindern hilfreich, die bei klassischen Arbeitsblättern schnell ermüden oder viele Wiederholungen als wenig motivierend erleben.
Dabei würde ich das Spiel nicht einfach „laufen lassen“. Für die Therapie ist entscheidend, welches sprachliche Ziel ich mit dem jeweiligen Spiel verfolge. Ein Spielzug kann zum Anlass werden, eine Schreibweise zu erklären, einen Laut bewusst wahrzunehmen oder das Wort anschliessend aus dem Gedächtnis abzurufen.
Mein Einsatz ab Klasse 3–4
Ich würde das Material den logopädischen Einsatz erst ab Klasse 3–4 auswählen.
In Klasse 2 würde ich zunächst genauer schauen, ob das Kind noch an grundlegenden Voraussetzungen des Lesen- und Schreibenlernens arbeitet. Wenn beispielsweise die Laut-Buchstaben-Zuordnung oder das lautgetreue Schreiben noch nicht ausreichend gefestigt sind, würde ich zunächst dort ansetzen.
Ab Klasse 3-4 wird dagegen zunehmend interessant, wie sicher die Kinder orthografische Besonderheiten gespeichert haben. Dann kann die Galonska LRS-Box eine gute Ergänzung zu einer systematischen LRS-Therapie sein.
Auch für ältere Schüler ist das Material nicht automatisch zu einfach. Wenn beispielsweise in Klasse 5 bestimmte Schreibmuster immer wieder falsch geschrieben werden, kann ein spielerisches Training mit ausgewählten Wortgruppen sinnvoller sein als das blosse Korrigieren der Fehler im Aufsatz.
Mein Fazit
Die Galonska LRS-Box ist für mich vor allem dann interessant, wenn ein Kind die grundlegenden Schritte des Lesen- und Schreibenlernens bereits bewältigt hat, aber bei bestimmten orthografischen Mustern noch keine ausreichende Sicherheit entwickelt hat.
Die zwölf Spiele bieten viele Möglichkeiten zur Wiederholung. Durch die detaillierte Spielanleitung mit zusätzlichen Spielideen und Kopiervorlagen lässt sich das Material ausserdem über das eigentliche Spiel hinaus einsetzen.
Erhältlich beim K2 Verlag:
Galonska LRS-Box, K2-Bestellnummer: 89259
